Schweißtechnik von A – Z

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2/4 Taktsteuerung

Möglichkeit der Bedienung am Schweißbrenner. 2 Takt = Schweißen mit permanent gedrücktem Brennertaster, 4 Takt = Starten beim ersten Drücken des Brennertasters, ausschalten nach wieder- holtem Drücken des Brennertasters (Taster braucht während der Schweißung nicht festgehalten werden).

A

AC

Englische Abkürzung für Alternating Current = Wechselstrom. Elektroden- und WIG-Schweißen kann mit Gleich- und Wechsel- strom ausgeführt werden. WIG-Aluminium-Schweißen muss mit Wechselstrom ausgeführt werden.

Analoge Stromquelle

Eine Stromquelle, die über Widerstände geregelt wird. Wurde früher bei teuren Industrieanlagen verwendet. Wird heute aufgrund des hohen Aufwands und der Unflexibilität immer weniger eingesetzt.

Anti-Stick-Regelung

Im Falle eines Festklebens der Elektrode am Werkstück wird der Schweißstrom abgeschaltet. Die Elektrode glüht nicht aus und lässt sich leicht vom Werkstück ablösen.

Arc-Force-Regelung

Die Schweißleistung wird beim Elektrodenschweißen zum einge- stellten Wert möglichst konstant gehalten. Der Lichtbogen brennt stabil (auch bei schwierigen Elektroden oder Positionen). Vorteil: das Schweißergebnis ist gleichmäßiger.

B

Balance-Regelung

WIG-Wechselstrom-Schweißen. Durch das Verschieben des Verhält- nisses von negativen Anteilen zu positiven Anteilen wird mehr oder weniger Einbrand in das Werkstück erreicht. Entgegengesetzt zum Einbrand wird die Wolfram-Elektrode jeweils heißer oder kälter.

Blindleistung

Von einem Gerät aufgenommene Leistung aus dem Versorgungs- netz, die nicht in Schweißleistung umgesetzt wird.

D

DC

Englische Abkürzung für Direct Current = Gleichstrom. MIG/MAG-Schweißen wird z. B. mit Gleichstrom ausgeführt.

Digitale Stromquelle

Mikro-Prozessor gesteuerte Stromquelle.

Diode

Elektronisches Bauteil (Halbleiter). Wandelt Wechselstrom einwegig durch eine Sperrwirkung in Gleichstrom um.

Drossel

Eine gewickelte Kupferspule mit Eisenkern. Dient als Energie- speicher. Sorgt für einen ruhigen und spritzerarmen Lichtbogen, wodurch ein optimales Schweißergebnis erreicht wird. Siehe auch Induktionsspule.

E

Einschaltdauer

Theoretischer Wert für die Belastbarkeit eines Schweißgerätes. Wird nach Norm auf 10 min. berechnet und in % angegeben (z. B. 40 % ED = 4 min. bei max. Leistung schweißen, 6 min. Pause). Das Gerät erwärmt sich nicht so stark, da es thermisch abschaltet.

F

Formiergas

Stickstoff bzw. Stickstoff mit bis zu 50 % Wasserstoff. Dient zum Wurzelschutz (Gegenseiten) von Schweißnähten beim Schweißen von hochlegierten Stählen vor Oxydation. Die Korrosionsbeständig- keit wird erhalten.

G

Gasnachströmzeit

Einstellbare Zeit, die nach dem Schweißvorgang noch das Gas strömen lässt. Dient zum Schutz der glühenden Wolfram-Elektrode und des Schweißgutes vor atmosphärischen Einflüssen.

Gleichrichter

Verschaltung von mehreren Dioden. Richtet Wechselstrom mehr- wegig durch eine Sperrwirkung in Gleichstrom um.

H

Hochfrequenz-Zündung

Zündet den Lichtbogen beim WIG-Schweißen ohne das Werkstück zu berühren. Durch einen Hochspannungsimpuls wird die Luft- strecke zwischen dem Werkstück und der Wolframnadel elektrisch leitend (ionisiert).

Hot-Start

Zündhilfe für die Zündung des Lichtbogens einer Stabelektrode beim Elektrodenschweißen. Durch eine automatische kurzzeitige Erhöhung des Schweißstroms zündet der Lichtbogen sofort stabil.

I

Induktionsspule

Eine mit Kupferdraht gewickelte Spule. Wirkt wie ein Energie- puffer und dient zur Optimierung des Schweißstromes. Siehe auch Drossel.

Isolationsklasse

Gibt an, wie heiß die Isolierung vom Transformator werden darf, ohne Schaden zu nehmen. Die Temperatur wird von einem Thermo- schalter überwacht. z. B. F = 155 °C.

K

Kontaktzündung

Auch Anreißzündung genannt. Zur Zündung des Lichtbogens muß beim WIG-Schweißen das Werkstück mit der Wolframnadel berührt werden. Nachteilig ist, dass die Wolframnadel schnell am Werkstück klebt, wodurch die Nadel beschädigt wird. Der Lichtbogen wird instabil.

Kurzlichtbogen

Ein MIG/MAG-Lichtbogen im niedrigen Schweißstrombereich (Dünnblech-/Wurzel-Schweißung) mit einem feintropfigen Über- gang im Kurzschluss unter Verwendung von Mischgasen oder Kohlendioxid.

Kühlart

Art der Gerätekühlung. F = Fremdkühlung (m. Lüfter) S = Selbstkühlung (o. Lüfter).

L

Langlichtbogen

MIG/MAG-Lichtbogen mit grobtropfigen Übergängen nicht kurz- schlussfrei unter Verwendung von Mischgasen oder Kohlendioxid. Für Schweißnähte bei größeren Werkstückdicken.

Lift-Arc-Zündung

Anreißzündung beim WIG-Schweißen mit einem Minimalstrom. Erst nach der Zündung des Lichtbogens wird der eingestellte Schweißstrom freigegeben. Vorteil ist eine leichte Zündung ohne kleben der Wolframnadel am Werkstück und damit ein stabiler Lichtbogen.

M

Mikroprozessor-Steuerung

Elektronische Steuerung (Smart Intelligence), die die Regelung innerhalb der Stromquelle mit modernster Elektronik übernimmt. Der Vorteil ist ein optimales Schweißergebnis.

Mischlichtbogen

Ein Übergangslichtbogen, der zwischen Kurz- und Langlichtbogen liegt. Die Tropfenübergänge erfolgen teilweise im Kurzschluss (siehe Langlichtbogen).

P

PFC

Power-Factor-Control. Dient zur sinusförmigen Stromaufnahme aus dem Netz. Vorteil ist eine niedrigere Stromaufnahme bzw. eine höhere Schweißleistung bei 230 V.

Potentialtrennung

Man nennt sie auch galvanische Trennung. Isolierter Aufbau zwischen zwei Spannungen z. B. Netzspannung und Schweißstrom.

Primärtaktung

Inverterprinzip. Durch eine Elektronik vor dem Transformator wird die Netzfrequenz von 50 Hz auf eine Frequenz von bis zu 100 kHz hochtransformiert. Vorteil: kleine und leichte Schweißgeräte.

Punktsteuerung

Elektronische Steuerung beim MIG/MAG-Schweißen, die den Draht- vorschub automatisch abschaltet. Vorteil ist eine gleichmäßige Punktstärke beim Schweißen.

R

Reinigungseffekt

Siehe Gleichrichter.

S

S-Zeichen

Zulassungszeichen. Geräte mit diesem Zeichen haben eine max. Leerlaufspannung von 113 V Gleichstrom oder 48 V Wechselstrom und dürfen dann an Schweißplätzen mit erhöhter elektrischer Gefährdung eingesetzt werden (z. B. im Container- und Kesselbau).

Scheinleistung

Gesamte aufgenommene Leistung eines Gerätes aus dem Versor- gungsnetz (bzw. aus Stromerzeuger). Die Scheinleistung ist die Summe aus Blindleistung und Wirkleistung. Gemessen in kVA.

Schutzart (Schutzklasse)

Angabe für den Schutz eines Gerätes vor Wasser (Regen) und Verschmutzung.

Sekundär getaktet

Inverterprinzip. Durch eine Elektronik nach dem Transformator wird die Netzfrequenz hochtransformiert.

Spannung

Der Druck (Kraft), der ermöglicht, dass Elektronen bei einem geschlossenen Stromkreis fließen. Gemessen in Volt (V).

Sprühlichtbogen

MIG/MAG-Lichtbogen mit feintropfigem und kurzschlussfreien Übergang unter Einsatz von Mischgas oder Argon. Besonders geeignet für Kehlnähte und V-Nähte (Mittel- und Decklagen).

Strom

Anzahl von Elektronen, die durch einen Leiter bei einem geschlossenen Stromkreis fließt. Gemessen in Ampere (A).

T

Thyristor

Elektronisches Bauteil (Halbleiter). Arbeitet wie eine gesteuerte Diode wodurch Schweißspannung und Schweißstrom gesteuert werden können.

Transformator

Umformer. Wandelt die Netzspannung auf eine ungefährliche Schweißspannung um. Der mögliche Schweißstrom wird im gleichen Verhältnis erhöht.

Transistor

Elektronisches Bauteil (Halbleiter). Arbeitet wie ein elektronischer Ein-/Ausschalter. Es lassen sich elektrische Leistungen (große Ströme) mit kleinen Stromstärken analog und digital steuern.

W

Wirkleistung

Leistung, die als Schweißleistung von einem Gerät abgegeben wird. Gemessen in Watt (W).