Schweißverfahren im Detail

Elektroden-Schweißen

  • Der Lichtbogen brennt zwischen dem Werkstück und einer abschmelzenden Elektrode.
  • Die Elektrode liefert den Zusatzwerkstoff.
  • Die abschmelzende Umhüllung bildet Gase und Schlacke, um den Lichtbogen und das Schmelzbad
    vor negativen Einflüssen der Außenluft zu schützen.
  • Kann für fast alle verschweißbaren Materialien ab ca. 1,5 mm eingesetzt werden (Stabelektroden
    dem Grundwerkstoff anpassen).
  • Trafo-Geräte arbeiten mit Wechselstrom (z. B. SB/SK).
  • Alle Inverter (elektronische Geräte) arbeiten mit Gleichstrom. Vorteile:
    • Der Lichtbogen brennt ruhiger
    • Geräte können mit optionalem Brenner für das WIG-DC-Schweißverfahren eingesetzt werden
  • Für die Einstellung des Schweißstroms in Ampere gilt:
    Durchmesser der Elektrode x 40 = Schweißstrom in Ampere.

WIG-Schweißen

  • Der Lichtbogen brennt zwischen dem Werkstück und einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode (WIG = Wolfram – Inert – Gas).
  • Ein separat zugeführtes inertes Gas, z. B. Argon (Ar) schützt die Schweißzone vor den negativen Einflüssen der Außenluft.
  • Zusatzwerkstoff kann bei Bedarf von Hand zugeführt werden.
  • Mit dem Verfahren WIG-DC (Gleichstrom) werden alle Metalle ab 0,3 mm außer Aluminium und Magnesium verschweißt. (Der WIG-Brenner muss immer am Minuspol angeschlossen werden).
  • Für Aluminium, Magnesium und deren Legierungen muss das Verfahren WIG-AC (Wechselstrom) eingesetzt werden (Aufreißen der Oxidschicht auf dem Material).
  • Vorteil des Verfahrens ist die gute Beherrschbarkeit des konzentrierten spritzerfreien Lichtbogens (= weniger Verzug und Nacharbeit).

MIG/MAG-Schweißen

  • Der Lichtbogen brennt zwischen dem Werkstück und einem mechanisch zugeführten Schweißdraht (Elektrode).
  • Ein automatisch zugeführtes, nicht brennbares Gas schützt den Lichtbogen und das Schmelzbad vor negativen Einflüssen der Außenluft.
  • Mit dem MIG-Verfahren (MIG = Metall – Inert – Gas) werden Aluminium und Aluminiumlegierungen verarbeitet. Als Gase werden Argon (Ar), Helium (He) und deren Gemische eingesetzt.
  • Das MAG-Verfahren (MAG = Metall – Aktiv – Gas) wird für die Verarbeitung von allgemeinem Bau-, Kessel- und Rohrstahl ab ca. 0,5 mm in Verbindung mit Mischgasen aus Argon (Ar) und Kohlendioxid (CO2) oder reinem Kohlendioxid (CO2) eingesetzt.
  • Hochlegierte Stähle werden im MAG-Verfahren mit Schutzgase aus Argon (Ar) und einem niedrigen Anteil (< 5 %) Kohlendioxid (CO2) verarbeitet.
  • Vorteile des Verfahrens sind die einfache Handhabung und die sehr guten Dünnblecheigenschaften.